Lernen ist Leben

Lernen ist Leben

Die Familienschule: Wie Schule sein könnte, wenn das Lernen frei wäre

von Anke Caspar-Jürgens

Erschienen am 01.07.2012
304 Seiten
Format: 14,9 X 24,1
Pappband mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-927369-06-1

Vier Jahre lang lebte in Deutschland etwas, das es nach dem Willen der Behörden nicht geben darf: ein völlig freies und selbstbestimmtes Lernprojekt für Kinder. Doch die »Temenos-Lerngruppe« existierte, weil die beteiligten Kinder, Eltern und ihre Begleiterin es so wollten. Sie fanden Wege, einen rechtsfreien Raum zu schaffen, in dem neue Lernerfahrungen aufblühen konnten.
Die aktuelle Entschulungsbewegung in Deutschland gründet auch auf Erkenntnissen, die in der Temenos-Lerngruppe erstmals erprobt wurden. Anke Caspar-Jürgens schildert, wie gemeinsam gelebt und gelernt wurde und wie sich gänzlich neue Formen gemeinschaftlichen Lernens entfalten können. Ein wichtiges Buch für alle, die auf der Suche nach natürlichen Lernformen zu Hause oder in einer dezentralen »Familienschule« sind und dies gegenüber den Schulbehörden durchsetzen wollen.
 

Lernen ist Leben
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Rezensionen

von Silke Weiß in www.praesenzinderschule.wordpress.com

 Ein »Muss« für alle, die sich mit Bildung und dem Update davon ernsthaft auseinander setzen möchten.

von Regine Schneider in mdr Figaro, »Kurz und knapp, 3 Bücher, 3 Minuten«

Ein mutiges und anregendes Buch.

von Dr. Klaus Dilewsky auf www.amazon.de am 23.07.2013

 Was für ein Buch, was für eine Offenbarung.

von Ulla Levens am 01.05.2013

 Ein Mädchen und ein Junge im Grundschulalter sitzen im Herbstlaub eines sonnigen Wiesenhanges und schauen freudig interessiert in ein Kinderbuch: „Ich weiß etwas“. Dieses Foto auf dem Schutzumschlag des Buches „Lernen ist Leben“ von Anke Caspar-Jürgens vermittelt die Botschaft „Kindern macht es Spaß, die Freude am Entdecken gemeinsam zu erleben.“ In dem aktuell im Drachen Verlag erschienenen Lesebuch „Lernen ist Leben“ geht es um Bildungsfreiheit, gemeinsames Wachsen und selbstbestimmtes Lernen. Die praxiserfahrene Lehrerin Anke Caspar-Jürgens nimmt in ihrem Buch Leserinnen und Leser mit auf eine Zeitreise, beginnend Mitte der 1980er Jahren bis in die heutige Zeit, und lässt sie teilhaben an Prozessen der Auseinandersetzung mit Schulpflicht und Schulverweigerung im Hinblick auf die Realisierung alternativer Bildungsprojekte freien Lernens in Gemeinschaft von Jung und Alt. In dem gut 300 Seiten starken Buch werden persönliche Erfahrungen mit Sachinformationen, Grundlagentexten und Tagebucheinträgen zu einem facettenreichen Themenbezug zusammengeführt.
Das selbstkritische Zwiegespräch der Autorin über ihre Verantwortlichkeit als Lernbegleiterin von Kindern sowie die Rollen des Lerner-Seins anstelle des klassischen Lehrer-Schüler-Verhältnisses charakterisieren den mit der Gemeinschaft gelebten Umsetzungsprozess der Bildungsideale für freies Lernen und führen zu Lösungen für friedliches, gehirngerechtes Lernen. Die mutige und ehrliche Berichterstattung der Autorin beleuchtet die Lernschritte und Wachstumsprozesse der Kinder, positive Erkenntnisse, wie die, dass jedes Kind von sich aus lernen will, sowie erworbene Fähigkeiten, zum Beispiel die konstruktive Auseinandersetzung mit Konflikten, anstatt sich gegenseitig mit Angst und Aggression zu blockieren. Auch Schattenseiten, wie etwa den Kampf gegen die Bürokratie der Kultusbehörde oder den Umgang mit eigenen Ängsten, Unsicherheiten und anerzogenen Verhaltensmustern, spart die Autorin nicht aus.
In den 1980er Jahren erprobte Anke Caspar-Jürgens in Süddeutschland in vierjähriger Praxis ein freies Bildungsmodell, das zeigt: Bildung kann durch gegenseitige Wertschätzung, Zuneigung und Eigenverantwortung gelingen und ist keinesfalls abhängig von Lehrplan, Prüfung und Zensur. Impulse dieses einzigartigen Lern- und Lebenskonzepts verwirklicht die Autorin auch heute noch. Im ersten Kapitel beschreibt die Lehrerin, Bildungsaktivistin und freie Lernbegleiterin, wie sie im Zusammenhang einer weltanschaulich freien Lebensgemeinschaft im Nordosten Deutschlands, wo sie heute lebt, die Praxis der Familienschule fortführt. Ein Dutzend Erwachsene und Kinder finden sich dort im nachbarschaftlichen Umfeld zusammen, um die elementaren menschlichen Bedürfnisse nach Geborgenheit und Bildung in Selbstbestimmung und Selbstverantwortung zu leben.
„Bildung ist eine ethische Verpflichtung jedes Menschen, der in unserer Zeit zu einem eigenverantwortlichen und seiner selbstbewussten Leben erwacht“, konstatiert die Autorin in ihrem Buch „Leben ist Lernen“, das anregt und Mut macht, neue Wege zu gehen – vielleicht bis hin zur Gründung einer eigene Familienschule?
Der solide fliederfarbene Pappeinband mit Fadenbindung und Schutzumschlag macht das informative und impulsgebende Buch zu einem sinnlichen Lesebuch für Eltern, LehrerInnen, Jugendliche oder LehramtsstudentInnen, das dazu einlädt, sich jenseits der ausgetretenen Pfade mit dem Thema Bildung auseinanderzusetzen. „Lernen ist Leben“ ist eine wichtige Stimme in der aktuell geführten Bildungsdebatte und ein flammendes Plädoyer für Bildungsfreiheit.

von Bertrand Stern am 01.01.2013 in Oya – anders denken. anders leben, 18/2013

 Krimi-Leser wissen: ihre gewiß spannende Lektüre entspricht nur selten der Wirklichkeit. Da der sehr spezielle »Krimi«, um den es hier geht, nicht als solcher geschrieben wurde, ist er in der Treue und Genauigkeit seiner Darstellung viel spannender als ein Krimi! Das 300-Seiten dicke Buch »Lernen ist Leben – die Familienschule: Wie Schule sein könnte, wenn das Lernen frei wäre« hat mich so gefesselt, daß ich das Buch erst am Ende wieder hinlegen mochte. Weshalb?
Zum einen schildert Anke Caspar-Jürgens mit erstaunlicher Ehrlichkeit die vielen biographischen Momente, die sie zur heute bekannten Persönlichkeit machten; durch die unmittelbare Verbindung von Mensch und Ereignissen bekommt vieles eine andere Färbung.
Zum zweiten berichtet die Autorin von gruppendynamischen Prozessen, die zumeist verborgen bleiben, wenn es um allerlei Initiativen geht: das Hervorheben des Wohlmeinenden bewirkt sooft, daß die brodelnden, unterschwelligen Konflikte unter den Teppich gekehrt werden! Über so manche geschilderte Szenen, so gestehe ich, bin ich mal traurig, mal zornig, mal verzweifelt gewesen: Ja, sehen »sie« denn das Offensichtliche nicht? Oder ist das Wohlgemeinte doch nur ein Feigenblatt? Könnte das Wechselbad zwischen der Emotionalität der einzelnen involvierten Akteure und der Rationalität der Außenstehenden – dann und wann ließ es mich erschaudern! – einen reinigenden Effekt haben, sodaß neue Initiativen die hier geschilderten und wahrlich lähmenden Prozesse – wie auch immer! – künftig vermeiden könnten?
Zum dritten ist dieser Bericht die schonungslose Chronik des aktiv geleisteten und über Jahre erfolgreichen Widerstands des Lebendigen gegen die skandalösen Realitäten einer widersinnigen deutschen Schule. Nicht viele Bücher können die grausame Unvereinbarkeit von prospektiver freier Bildung und obsoletem Schulanwesenheitszwang so deutlich nahebringen.
Nur bei einem Punkt (ver)mag ich – sozusagen logischerweise! – der Autorin nicht (zu) folgen: ihr Plädoyer für die »Familienschule«. Da das, was Anke Caspar-Jürgens, auf den ersten 280 Seiten des Buches schildert, sich ohnehin nicht mit dem in Deutschland belasteten und staatlich besetzten Begriff »Schule« – in jeder Variation! – beschreiben läßt, scheint es mir besser, ihn auf den Müll der Geschichte zu kippen; dem Ausbruch aus ihm folgt wirklichkeitsnahe die Potenz des Lebens, des selbstbestimmten Menschen, der selbstverständlich frei sich bilden kann und will.
Mögen nach der Lektüre dieses fesselnden Buches viele Menschen sich verwundert die Augen reiben: Können wir anders, als jetzt zu verwirklichen, was wir doch immer schon wollten? Doch nun so, daß es nicht mehr scheitern kann: uns, unseren jüngeren Mitmenschen, der Bildung zu Liebe! »Lernen ist Leben« als Meilenstein, als Brücke zwischen dem Alten und Überholten; und dem Prospektiven, das wir selbst sind: Weil wir einen atmenden Organismus bilden, ist auch der Bildungsorganismus lebendig und atmet!