Phänomen Wünschelrute

Phänomen Wünschelrute

Was Rutengänger wirklich können

von Prof. Dr. Hans-Dieter Betz

288 Seiten
Broschur
ISBN: 978-3-927369-16-0

Dass der Mensch über Sensorien verfügt, die ihm über den Sehsinn oder das Tastempfinden hinaus die nicht sicht- und greifbare Welt erschließen, wird in unzähligen Gelegenheiten im Alltag deutlich: Man fühlt sich in einem Raum wohl, an einem anderen Ort empfindet man Bedrückung, man ruft spontan einen Menschen an, weil man fühlt, dass er Zuspruch braucht, man „verursacht“ einen Parkplatz oder „weiß“, was gleich passiert. Eines der erstaunlichsten Phänomene jener von keinem bisher bekannten physischen Medium vermittelten Wahrnehmung ist der Sinn für unterirdische Wasservorkommen und geologische Eigenschaften, der bei einigen Menschen in schier unglaublichem Maß ausgeprägt ist. Sie sind beispielsweise in der Lage, selbst in Wüstengebieten Brunnenbohrpunkte in mehreren hundert Metern Tiefe zu finden, und das buchstäblich im Handumdrehen: Der Ausschlag ihres Zeigerinstruments, der Wünschelrute, macht das körperliche Empfinden sichtbar, das offenbar auf mentalem Weg auf die zielgenaue Ortung eines solchen Punkts eingestellt werden kann.
Die Wissenschaft tut sich schwer, das Wünschelrutenphänomen oder, allgemeiner, den Erfahrungsbereich der Radiästhesie („Strahlenfühligkeit“) einzuordnen oder gar zu erklären. In der Regel wird das Rutengehen als Aberglaube und Scharlatanerie abgetan, und selbst Rutenmeister, die ihr Können unter strengster Überwachung und gegen alle Wahrscheinlichkeit unter Beweis gestellt haben, müssen damit rechnen, lächerlich gemacht zu werden.
Hans-Dieter Betz geht in diesem Buch der Frage nach: Was können Rutengänger wirklich? In einer gründlichen Bestandsaufnahme untersucht er die Leistungen der beiden Rutenmeister Georg und Emmy Kittemann, die unter anderem die Heilquelle von Tegernsee gefunden haben, sowie von Hans Schröter, der als Wasserbau-Ingenieur mit Hilfe seiner radiästhetischen Fähigkeiten für die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit tausende von erfolgreichen Bohrungen für Trinkwasserbrunnen bestimmt hat. Schröters eindrucksvolle Tätigkeit mit der Wünschelrute ist wissenschaftlich dokumentiert und widersteht allen Wegerklärungsversuchen.
Hans-Dieter Betz hat zusammen mit seinem Kollegen Herbert König den vieldiskutierten „Wünschelrutenreport“ verfasst. Im vorliegenden Buch beschreibt er den Aufbau und den Ablauf der Versuche und zieht daraus kritische Schlussfolgerungen als Naturwissenschaftler. Demnach ist anzuerkennen, dass es neben vielen Rutengängern, die kaum signifikante Befunde liefern, eine kleine Anzahl hochbegabter Sensitiver gibt, deren Wirken auf eine bisher unerklärte Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen schließen lässt. Eine seriösere Antwort auf die Frage, was Rutengänger wirklich können, ist bisher nicht gegeben worden.
Das Buch ist die Neuauflage des lange vergriffenen Werks „Geheimnis Wünschelrute“, das für die moderne Radiästhesie von nach wie vor hochaktuellem Wert ist.

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Rezensionen

von Dr. Hans-Dieter Langer am 20.10.2008


Rezension zum Buch:Hans-Dieter Betz - Phänomen Wünschelrute
Da haben sich doch einst die beiden angesehenen Physiker H.-D. Betz und H. L. König aufgemacht, endlich die Hintergründe des geheimnisumwitterten Phänomens der Wünschelrute aufzuspüren: Das Münchener Projekt und der „Wünschelruten-Report“. Doch was ist dabei heraus gekommen? Eigentlich nur Ungemach für den gestandenen Professor für Experimentalphysik, Hans-Dieter Betz, der - selbst nach dem frühen Ableben seines Kollegen - nichts unversucht ließ, die aufwendig erarbeitete Position zum Thema zu festigen und den Satz „An der Wünschelrute ist etwas dran!“ zu verteidigen.
Schon im Jahr 1990 veröffentlichte H.-D. Betz als eines seiner besten Argumente das Buch „Geheimnis Wünschelrute: Aberglaube und Wahrheit über Rutengänger und Erdstrahlen“. Selbst in der heutigen Stadtbibliothek Chemnitz, deren Vorgänger übrigens in DDR-Zeiten ausdrücklich dafür gesorgt hatte, dass die Karteikarte zum Thema leer blieb, kann man das Werk ausleihen ... wenn man es vorbestellt hat. Will sagen, das Interesse an den mysteriösen Wünschelruten und Pendeln im stillen Kämmerlein ist ungebrochen.
Nun brachte der Drachen Verlag eine Neuauflage heraus, die von H.-D. Betz mit „Phänomen Wünschelrute“ betitelt und ansonsten im Kern nur wenig überarbeitet wurde, was zweifelsfrei ein Zeichen von inhaltlicher Solidität des Ursprünglichen ist. In der Tat ist auch auf dem internationalen Markt seit fast 20 Jahren kein einschlägiger Fortschritt zu verzeichnen, so dass das vorliegende Buch nach wie vor das Beste und Empfehlenswerteste ist. Der Unterzeichnete möchte daher mit seiner konstruktiven Kritik versuchen, ein wenig Bewegung anzuregen.
Es hat sich nämlich gezeigt, dass man mit naturwissenschaftlichen Argumenten weder die profilierungssüchtigen Gegner überzeugen, noch gewisse Rutengänger und Pendler zur Zurückhaltung erziehen kann. Vielmehr machte die Radiästhesie - als Glaubensbekenntnis und kommerziell sowie esoterisch angetrieben - in den letzten Jahren unwahrscheinliche Fortschritte (aus naturwissenschaftlicher Sicht freilich in die völlig falsche Richtung!). Im Sumpf der populistischen Kritiker einerseits und am Gebaren bestimmter, an physikalischen Erkenntnissen gar nicht interessierter radiästhetischer Seelenfänger andererseits hat der Autor sicher zu leiden, der sich mit seinem Werk wie kein anderer zum Thema so gründlich und frontal der Öffentlichkeit stellt. Der Verdruss des Autors, der in manchen Passagen des Buches zum Ausdruck kommt, hat insofern viele, rein subjektive Gründe. So sei vor allem an Mediziner und Physiker erinnert, die leichtfertig und ohne eigene fachgerechte Prüfung negativ argumentieren. „Wahr ist nämlich, dass die permanent aufflackernden Aktionen der `Gegner` einen kontrollierten und systematischen Einsatz verfügbarer wissenschaftlicher Verfahrensweisen und Messmethoden verhindert haben.“, lautet die Quintessenz aus der Feder von Hans-Dieter Betz im einschlägigen Abschnitt 9 (Einwände und Kritiker).
Der Autor versteht es ja im Rahmen seiner Bestandsaufnahme ausgezeichnet und im übrigen auch sehr unterhaltsam, u. a. die sagenhaften Rutengänger-Erfolge der Kittemann´s und von Hans Schröter in den umfangreichen Abschnitten 3 bis 5 zu Papier zu bringen, so dass man sich wirklich fragt, weshalb die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit mbH nicht das Kosten sparende Mittel Wünschelrute weiter zum Segen der Entwicklungsländer und der deutschen Steuerzahler einsetzt.
Erstaunlich knapp fällt dagegen die Bewertung technischer Messungen aus (Abschnitt 7), die man am Ort des Rutenausschlages durchgeführt hat. H.-D. Betz geht es ganz bestimmt nicht um die psychische Seite des Wünschelruten-Phänomens, sondern tatsächlich eben doch um die Frage, welche (physikalische) Feld-Wirkung möglicherweise die unsichtbare Wasserader verrät. Offenbar hat er trotzdem noch nicht den Fehlgriff überwunden, der seinerzeit dem Scheunenexperiment den Vorzug gegenüber physikalischen Feldmessungen gab, obgleich doch letztere, mit hinreichend wenigen, relativ erfolgreichen Rutengängern ausgeführt, so aussichtsreich erschienen. (Wie konnte man damals einen wasserführenden Schlauch mit einer natürlichen unterirdischen Wasser-Strömung gleich setzen!)
“Krankheit als Standortproblem?“, der kurze, fragende Abschnitt 8 sollte doch eigentlich wegweisend sein. Schon die im Buch „De re metallica“ (1555) von Georgius Agricola festgehaltenen Naturbeobachtungen in Verbindung mit der Wünschelrute im Bergbau - bei H.-D. Betz beginnt die neuzeitliche, ansonsten umfängliche Literaturrecherche leider erst im Jahr 1807 - weisen ganz deutlich auf die eigentlich interessante Fragestellung hin: Gehen von Wasseradern und Felsklüften Feldanomalien aus, die womöglich den Rutenausschlag verursachen und zugleich eine „krank machende“ Wirkung ausüben? Der Autor erweist sich beim Verfolgen dieser aussichtsreichen Spur jedenfalls sehr zögerlich, obgleich er natürlich die notwendigen Messungen nicht ausschließt. Er fordert sie sogar, doch geht sein Appell („Gefragt sind Beiträge aus den Wissenschaften“, im Abschnitt 7) zu sehr in die Breite. So ist es eher sehr fraglich, ob es Sinn macht, besondere Hoffnungen ausgerechnet auf die Beiträge russischer „Forscher“ zu setzen. Wenn der Autor wüsste, wie dogmatisch in Russland und Umgebung mit dem Thema Wünschelrute umgegangen wird!
Folgt man mit H.-D. Betz dem „Geheimnis“ der Wünschelrute in alle Abgründe, so kann man selbstverständlich den Aspekt „Das Rutengänger-Phänomen als wissenschaftliches Grenzgebiet“ (Abschnitt 10) nicht umschiffen. Allerdings spürt man bei ihm - sicher genährt durch die Tatsache, dass er selbst mit der Wünschelrute nicht umgeht (was auf jeden Fall ein Handikap für einen Physiker ist, der sich damit wissenschaftlich auseinander setzt) - die Unsicherheit, ob nicht doch an dem (erwiesenen!) Unfug der Fernmutungen, der lächerlichen Landkarten-Radiästhesie oder der abgeschmackten Leichen-Findung etwas dran sein könnte. Das sind doch wirklich nur Themen der Sozialpwissenschaften oder der Psychoanalytiker, nicht aber der Experimentalphysik!
Bei dem klassischen Werbe-Satz der Radiästhesie „Jeder kann Rutengehen.“ knickt H.-D. Betz regelrecht ein, indem er die Gutgläubigkeit der Seminarkunden geißelt. Die Aussage ist aber erst einmal doch richtig, lieber Herr Kollege! Mit ein wenig Anleitung, kann es tatsächlich im Prinzip jeder lernen, zumal diejenigen, die sich bei einschlägigen Kursen anmelden, in der Regel ziemlich entkrampft ans Werk gehen. Schon der Physiker Johann Wilhelm Ritter (1776-1810) hat vor 200 Jahren erkannt, dass der Wünschelruten- und Pendel-Effekt eine völlig normale motorische Reaktion ist. Sie wird sensorisch ausgelöst und nervös gesteuert, Punkt. Da ist natürlich Platz für besondere Begabungen und jede Menge Phantasten, aber nicht für „Anomalien in der Naturwissenschaft“ oder „Grenzen der Wissenschaft“ (Abschnitt 10).
Die „exotischen Leistungen“ eines Hans Schröter können einen schon zur „Spekulation“ verleiten, wenn man nicht robust im Stoff steht. Das in den Anhang aufgenommene „Interview mit Hans Schröter“ - siehe Zeitschrift Hagia Chora, 6. Jahrgg., Nr. 19 (2004) S. 28 - ist zweifellos eine Bereicherung der Neuausgabe, doch hätte es genau aus diesen Gründen eines Kommentars des Autors bedurft. So bleiben u.a. folgende erschütternde Aussagen von H. Schröter im Raum (denen sich der Unterzeichnete in keiner Weise anschließen kann): „Radiästhesie ist Physik - und auch wieder nicht Physik. ... Raum und Zeit scheinen keine Rolle zu spielen. ... Obwohl ich zugeben muss, dass ich auch schon aus tausenden Kilometern Entfernung ohne geologische Vorarbeit treffsicher ein Brunnenloch bestimmt habe.“
Und alles bleibt im Buch scheinbar wieder beim Alten, als wäre die Zeit stehen geblieben.